Sketchnotes erklärt von A bis Z – Teil 1

Begriffe, die rund um das Erstellen von Sketchnotes auftauchen, erkläre ich in diesem Artikel. Sketchnotes sind visuelle Notizen. Dabei geht es nicht um Kunst, sondern darum die eigenen Notizen visuell anzureichern um dadurch sich z.B. besser erinnern zu können.

Dies ist Teil 1. Teil 2 findest du hier Sketchnotes erklärt von A bis Z – Teil 2

Meine Geschichte mit Sketchnotes habe ich schon im Blogpost Meine Sketchnotes Geschichte aufbereitet.

An dieser Stelle auch vielen Dank an alle, die mir im Newsletter oder auf Instagram fragen rund um Sketchnotes gestellt oder Begriffe geliefert haben!

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Die Begriffe rund um Sketchnotes

Mit einem Klick auf den Begriff kannst du direkt zur Erklärung springen oder du scrollst doch einfach durch alles durch.

A Anfangen – aber wie? B Banner C Community D Druck E Erinnern F Farbe G Gelassenheit H Hilfsmittel I Inktober J Journaling K Kreativ sein L Layout M Marker


A Anfangen – wie nur?

Du findest das Konzept von Sketchnotes, also deine eigenen visuellen Notizen zu machen schon super, aber weißt nicht wie du anfangen sollst?

Mein Tipps ist tatsächlich einfach loslegen. Du schreibst gerade einen Einkaufszettel? Dann zeichne kleine Symbole für die einzelnen Dinge oder Lebensmittelgruppen daneben. Du hörst einen Podcast? Notiere dir die für dich wichtigsten Infos.

Es ist hilfreich dabei eher in kleinen Häufchen an Infos zu denken, als dies in geraden Linien von A nach B aufzuschreiben. Mehr Infos gibt es unter Layout und auch bei den Überschriften, die dir weiterhelfen können.

Alles was du wirklich brauchst ist ein Blatt Papier, irgendein Stift, einen Inhalt oder eine Idee, die du aufs Papier bringen willst und Lust anzufangen.


B Banner

Banner sind wunderbar und ein Klassiker der Rahmen und Container. Sie verwandeln eine Überschrift oder Hauptinformation in etwas sehr schnell sichtbares. Banner können sehr einfach, aber auch sehr aufwendig gestaltet sein.

Wichtigste Regel hier: erst der Text, dann das Banner. Du willst ja nicht, dass du deinen Text in den schönen Banner quetschen musst.


C Community

Die Sketchnote-Community ist großartig. Du hast ne Frage? Frag ruhig. Du wirst zum visuellen Denken und Arbeiten eine Antwort bekommen. Auf Twitter ist die internationale Community sehr aktiv.

Ich habe viele weitere wunderbare Sketchnoter*innen z.B. bei den vizthink meetups in Berlin und Hamburg kennen gelernt. Vielleicht gibt es ja auch eine Gruppe in deiner Nähe?

Die internationalen Sketchnote Barcamps in Hamburg 2017, in Lissabon 2018 und Paris 2019 waren großartig. Das deutsche Sketchnote Barcamp in Hannover auch.

Und ich freue mich riiiiesig auf die nächste internationale Auflage in Brüssel 2020 und auf das Sketchnote Barcamp in Hannover ebenfalls. Für alle ist immer was dabei! Egal, ob du gerade erst anfängst zu sketchnoten oder schon viel Übung hast. Die Herzlichkeit, der Austausch und die vielen Tipps finde ich immer wieder fantastisch!


D Druck

Manchmal spüre ich beim Sketchnotes erstellen einen Druck. Klar, wenn es ein Auftrag ist *muss* ja was aufs Papier gebracht werden. Aber manchmal auch, wenn ich Notizen nur für mich mache, gibt es da diesen Druck, wirklich all das Wichtige zu notieren und es auch noch “schön” aussehen zu lassen.

So stopp. Tief durchatmen. Wer bisher auch zu der Sorte Ich-schreib-lieber-alles-mit gehört(e), kann vielleicht den ein oder anderen Tipp ausprobieren.

Erstens: Es muss überhaupt nicht schön aussehen (Bitte 3x wiederholen!).

Zweitens: Du musst nicht zu jedem Fact, Info, was auch immer, ein Symbol finden! (Ja, wirklich nicht!)

Drittens: Jetzt kommt ein wirklicher Tipp. Such dir was zum Üben, wo es entweder nicht wichtig ist alles mitzubekommen, weil es wirklich nur für dich zum Üben ist oder es sowieso das komplette Manuscript inkl. kommentierter Folien (viele Seminare meines Studiums) gibt.

Viertens: Tief durchatmen und sich davon verabschieden alles mitschreiben zu müssen. Wenn wirklich was fehlen sollte, kann man es immer nochmal nachrecherchieren. Glaube mir, nein uns allen, die wir regelmäßig sketchnoten, du wirst dir beim visuellen Notieren viel mehr merken und erinnern können als du es wahrscheinlich vorher beim alles-aufschreiben konntest.


E Erinnern

Tatsächlich helfen visuelle Notizen und das mit Hand schreiben sich besser an den Sachverhalt zu erinnern.

In dem New York Times Artikel A Simple Way to Better Remember Things: Draw a Picture vom 06.01.2019 wird auch auf die Experimente “The drawing effect: Evidence for reliable and robust memory benefits in free recall” aus der Zeitschrift The Quarterly Journal of Experimental Psychology eingegangen. Sie sagen durch den Dreischritt – sich ein Objekt vorstellen, es zeichnen und es sich dann anschauen – können wir uns Dinge viel besser merken als sie nur als Worte aufzuschreiben oder Listen zu lesen.

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ich mir Zusammenhänge und Informationen besser merken kann, wenn ich sie auch mit eigenen Bildern und Symbolen verknüpfe. Ein weiterer Effekt ist ja auch, dass wir uns beim Betrachten der Sketchnotes auch an weitere Details und Infos erinnern zum dem Vortrag, die wir gar nicht aufgeschrieben haben. Sketchnotes fungieren als wahre Anker im Kopf. (Mit Dank an Ralf Appelt für diese Methaper!)


F Farbe einsetzen

Du kannst, musst aber nicht, Farbe gezielt in deinen Sketchnotes einsetzen. Zum einen kannst du Kernaussagen oder Zwischenüberschriften farbig schreiben. Du kannst ihnen auch einen farbigen Rahmen geben oder sie farbig hinterlegen.

Du nutzt Farbe, weil es die Bedeutung deiner Information unterstützt.

Brandy Agerbeck (eigene Übersetung)

Mein Tipp ist ein bis zwei Farben zusätzlich zu schwarz als Schriftfarbe und grau zu verwenden.

Materialempfehlungen gibt es unter Marker!


G Gelassenheit bei Fehlern

Oh mist verschrieben, der Fineliner verschmiert, das Icon ziemlich krakelig gezeichnet… EGAL! Sketchnotes sind nicht dazu da perfekt zu sein. Sketchnotes sind deine visuellen Notizen – und die dürfen auch Fehler haben. Lass dich nicht von den oftmals schön gestalteten Sketchnotes online entmutigen. Sie sind keine Kunstwerke.


H Hilfsmittel

Gibt es Hilfsmittel um Sketchnotes zu erstellen?

Also ich nutze manchmal ein Lineal um gerade Linien zu ziehen. Ab und an habe ich auch neben mir ein Schmierzettel liegen um Gedanken nebenei oder Worte zu notieren für die ich gerade noch keinen Platz in der Sketchnote finde.

Zur Inspiration, Vorbereitung oder auch während eines Vortrages nutze ich auch mal die Seite thenounproject.com um Symboleideen zu erhalten. Dort können Begriffe auf englisch eingegeben und verschiedene Symbole gefunden werden. Mir hilft es oft, wenn ich mal nen Ideenhänger habe.

Manchmal habe ich auch eine Seite in meinem Notizbuch oder ein extra Papier als Schmierzettel. Dort notiere ich mir vielleicht Anekdoten oder Bilderideen, Auflistungen, wenn ich gerade nicht nachkomme oder mir noch nicht sicher bin, ob diese Infos für mich für das Gesamtbild relevant sind. Stück für Stück ergänze ich diese dann vielleicht in meine Sketchnote.


I Inktober

Jedes Jahr im Oktober seit 2009 wird der Inktober ausgerufen. Es startete als ein Ansatz von Jake Parker die eigenen Zeichenfähigkeiten zu verbessern.

Die Idee ist jeden Tag im Oktober eine Zeichnung zu erstellen und diese mit #inktober und #inktober2019 zu posten. Es gibt eine offizielle Inktober-Liste für Ideen, die es zu zeichnen gilt unter https://inktober.com/rules. Viele Künstler*innen erstellen aber auch ihre eigene Listen. Nutze die, die dir am meisten zusagt und nimm den Stift in die Hand.

Hier ein kleiner Einblick aus meinen Inktober-Zeichnungen 2018 und 2019.


J Journaling

Ich bin ein Fan von Journaling, genauer Bullet Journaling. Das ist ja kein Geheimnis hier 🙂 Ich nutze mein BuJo um Monate, Wochen und Tage zu planen genauso wie bestimmte Ausflüge, Reisen oder um meine Leseliste festzuhalten. Ich verbinde das Ganze gerne mit kleinen Illustrationen, die Sketchnote-artig sind. Gerade, wenn ich mir mal wieder eine neue Liste anlege, dann finde ich für das Thema gerne ein kleines Bild, das ich dazu zeichne. Ich finde es ist eine tolle einfache Übung.

Du kannst natürlich auch deine Highlights des Tages oder Besonderheiten der Woche in deinem Bullet Journal visuell festhalten.


K Kreativ sein

Du kannst dich in deinen Sketchnotes sehr kreativ austoben. Schau dir andere Sketchnotes an, nutze sie als Inspiration, mache sie nach um zu üben.

Wenn du schon geübt bist im Sketchnotes erstellen, dann probiere mal ein anderes Format aus. Mache deine visuellen Notizen nur mit einem Kugelschreiber, wenn du sonst Fineliner und mehrere Farben nutzt. Tob dich mit Farbe aus, wenn du sonst eher monochrom unterwegs bist.

Aber denk dran, es geht dabei nicht darum Kunst zu erstellen, sondern Ideen aufs Papier zu bringen. Natürlich dürfen deine Sketchnotes schön sein, müssen sie aber nicht.


L Layout

Beim Erstellen einer Sketchnote kann man sich an verschiedenen Grundlayouts orientieren. Ich stelle euch mal meine meist genutzten vor.

Das komplette erste Jahr und heute ab und an nutze ich ein Layout, welches oft als radiales Muster beschrieben wird. Dabei wird der Titel oder die Hauptinformation in die Mitte des Blattes geschrieben und die dann folgenden Informationen kreisförmig rundherum angeordnet. Abgewandelete Formen davon sind z.B. das Popcorn-Layout, bei dem die Informationen unabhängig von der Reihenfolge um den Mitteltitel angeordnet werden. Eine Mind-Map-förmige Anordnung ist ebenfalls für mich eine Variation des radialen Layouts.

Mir hat diese Art des Layouts am Anfang geholfen um wirklich in die Informationen in kleinen Häufchen anzuordnen.

Ein pfadförmiges Layout nutze ich häufig, wenn ich Abläufe notiere wie z.B. Reisen oder auch mal Rezepte. Dabei fange ich meist oben links an und folge dann einem Pfad. Diesen kann man dann auch sichtbar machen mit z.B. einem grau oder einer Schmuckfarbe. Das hilft dann auch beim erneuten Lesen der Abfolge folgen zu können.

Reisesketchnotes Ystad
Reisesketchnote 2017 Schweden

Spaltenlayout habe ich genutzt, wenn z.B. mehrere Menschen auf einem Panel sprachen oder kurze Inputs oder Vorträge hielten. So ordnete ich die Infos zu den einzelnen Menschen spaltenförmig an.

Modulares Layout hilft Informationen in Modulen zu organisieren. Dabei können diese auch in einem Pfad, also einer bestimmten Reihenfolge angeordnet werden oder auch unabhängig voneinander.


M Marker

Jeglicher Stift, mit dem du einigermaßen leserlich schreiben kannst, eignet sich um Sketchnotes zu erstellen. Nicht der wundertolle Stift bringt die Gedanken und Informationen aufs Papier, sondern du. Also ein alter Kulli oder Fineliner ist kein Grund, keine Sketchnote anzufertigen. (Es sei denn er schreibt nicht mehr.)

Ich habe natürlich trotzdem Lieblingsstifte. Wer hat die nicht?

Am liebsten verwende ich momentan folgende Fineliner für Sketchnotes:

Für Farbe kann ich die fineOne Stifte von Neuland als Brush- oder Fineliner empfehlen. Gerne nutze ich auch die Dual Brushpens von Tombow*. Da sind Filzstift und Brushpen an einem Stift. Ich habe auch viel mit den Mini-Textmarkern von Stabilo* gemacht. Durch unterschiedliches halten des Markers bekommt man auch verschiedene Strichstärken hin.


Ich hoffe, ich konnte mit den Erklärungen ein wenig Licht in den Begriffe-Dschungel bringen. Was war neu für dich?

Gibt es noch weitere Begriffe und Prinzipien die du erklärt brauchst? Dann ab damit in die Kommentare. Ich freue mich darauf noch mehr Artikel zu Sketchnotes zu schreiben oder auch auf bestimmte Ansätze vertiefter einzugehen.

Den zweiten Teil findest du hier: Sketchnotes erklärt von A bis Z – Teil 2


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Ein Gedanke zu „Sketchnotes erklärt von A bis Z – Teil 1

  1. Pingback: Sketchnotes erklärt von A bis Z - Teil 2 * Katharina Bluhm

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