Frauen, die visualisieren: Heike Haas vom Waschatelier

“Es macht ungeheuer Spaß, mit anderen zusammen zu kommen und am Flipchart nach zu zeichnen, was der Dozent vorne an Tricks verrät. “

Heike Haas im Interview

Endlich geht meine Artikelserie weiter! Nach einer gesundheitsbedingten Pause, danke Sprungelenk, wird der Blog jetzt wieder gefüllt. Jetzt präsentiere ich euch wieder eine wunderbare Frau, die visualisiert. Ich habe Frauen gebeten mir Fragen rund um die Themen Sketchnotes, Bullet Journaling, Graphic Recording oder Flipchartgestaltung zu beantworten.

Bisher veröffentlichte Interviews findest du gesammelt in der Kategorie Frauen, die visualisieren. Dort findest du Interviews mit: Sandra Dirks, Diana Meier-Soriat, Dr. Franziska W. Schwarz, Ines Schaffranek, Simone Fass und Tanja Wehr und Eva-Lotta Lamm.

Foto: Sung-Hee Seewald

Diesmal hat sich Heike Haas im Interview meinen Fragen über Flipchartgestaltung gestellt. Wunderbar!

Ich kennen Heike vom waschatelier unter anderem von ihren Instagram-Story-Gute-Nacht-Geschichten aus dem Turmzimmer im Ostflügel. Auch finde ich ihre Non-Stop-Frauen ganz großartig. Wenn ihr das noch nicht kennt, dann schaut mal bei ihr vorbei. Sie schreibt auf ihrem Blog auch eine Artikelserie über Mut, die ihren Werdegang beschreibt sich Selbstständig als Künstlerin zu machen. Noch ne Leseempfehlung von mir!

Auf dem Sketchnote Barcamp in Hannover 2018 habe ich die Session zu “Figuren zeichnen aus der Hüfte” besucht. Es ist war toll ihren Ansatz ans Figuren zeichnen zu erleben und dabei viel zu lerne

Sie hat ein Buch geschrieben über Flipchartgestaltung, welches auch fester Bestandteil meiner Workshops ist und auch der Sketchnotekalender 2019 hängt wieder in meiner Wohnung, an dem Heike auch mitgezeichnet hat.

In diesem ausführlichen Interview verrät uns Heike Haas Materialtipps, warum man manchmal vorbereitete Workshops umschmeißen muss und sie teilt mit uns ihren größten Aha-Effekt beim Flipchartgestalten.

Interview mit Heike Haas

In der Sketchnote seht ihr meine Zusammenfassung vom Interview. Ausführlicher kannst du es ab hier lesen:

Wer bist du, was machst du und wo kann man dir folgen?

Heike: Mein Name ist Heike Haas, ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und lebe in München. Als Illustratorin und Graphic Recorderin bin ich in ganz Deutschland unterwegs. Manchmal auch im europäischen Ausland.

Die Verfolgung aufnehmen kann man bei mir via facebook, linkedin und instagram. Hier findet man mich unter Heike Haas oder mit dem Zusatz @waschatelier.

Welchen Tipp gibst du Anfänger*innen für Flipchartgestaltung?

Heike: Natürlich würde ich jedem Anfänger und jeder Anfängerin erst mal raten, mein Flipchartbuch zu kaufen … ha, kleiner Spaß. Aber mal ehrlich, es ist gut, einen Ratgeber zu haben, der einen langsam an das Medium heranführt. Schritt für Schritt. Das kann ein Online-Video sein, ein Buch oder im besten Fall ein Kurs. Es macht ungeheuer Spaß, mit anderen zusammen zu kommen und am Flipchart nach zu zeichnen, was der Dozent vorne an Tricks verrät.

Was war dein größter Aha-Effekt beim Flipchartgestalten?

Heike: Mein größter Aha-Effekt war – und das ist oft auch der Aha-Effekt meiner Workshop-Teilnehmer – die Farbe Grau. Dieser Schatteneffekt macht die Sache nämlich erst so richtig spannend.

Was hättest du gern am Anfang schon gewusst?

Heike: Ich hätte gerne am Anfang gewusst, dass es bei neuland einen Marker gibt, der sich nicht mit den anderen Farben vermischt. Der sogenannte Outliner ist außen knallorange und schreibt wasserfest schwarz. Also, wer anfangen will, sollte darauf achten, einen schwarzen wasserfesten Marker zu nehmen, der nicht durchs Papier drückt und mit anderen Farben nicht verschmiert.

Was magst du am liebsten am Flipchartgestalten?

Heike: Ich mag das Format. Man kann mit kräftigen Strichen große Buchstaben malen, man macht alles mit Schmackes und es muss nicht fein und klein-klein sein. Farblich ist alles erlaubt, sofern es das Thema zulässt.

Heike Haas in Action beim Sketchnote Barcamp Hannover – Foto: Thomas Dick

Was am wenigsten?

Heike: Das Papier abreißen.

War war dein coolster/aufregendster/ungewöhnlichster Auftrag?

Heike: Wahrscheinlich mein aller erster Auftrag. Ich sollte für einen bekannten Energieproduzenten Flipcharts bemalen und eine Arbeitsprobe schicken. Da ich kein Papier zu Hause hatte, beschriftete ich große Malpappen, die ich abfotografierte und per Email versendete. Vor Ort machte es dann richtig Spaß, die Mitarbeiter nach ihren Projekten zu befragen und alles aufzuzeichnen.

Lief schon mal was komplett schief (Absprachen, Raum, Material etc..)? Und wie hast du darauf reagiert?

Heike: Die erforderlichen Vorgaben für eines meiner letzten Training war schlecht an die verantwortliche Person weiter kommuniziert worden. Die Pausenzeiten stimmten nicht, die Gesamtlänge des Workshops stimmte nicht und die notwendigen Apps waren nicht auf den Ipads installiert. Die gesamte zweite Hälfte meines Trainings war aber auf diese Apps ausgelegt. Wir überlegten zusammen, was wir tun könnten und ich machte eine kleine Abfrage unter den Teilnehmern, was sie am dringendsten lernen wollten. Dann baute ich mein Workshop-Programm spontan um. Schnell auf solche Änderungen reagieren ist echt wichtig. Spontan und flexibel sein und vor allem improvisieren können.

Mit welchem Material arbeitest du am liebsten?

Heike: Wenn es um Flipchart und Graphic Recording geht, sind die Stifte und das Papier von neuland echt unschlagbar. Bei Sketchnote-Workshops sind die Sketchnotebücher von purepaper gerade der heiße Scheiß. Die sind echt prima, Fineliner drücken nicht durch. Zum Skizzieren und Sketchnoten nutze ich sehr gerne den Pentel touch. Die flexible Spitze ist unschlagbar.

Was ist dein Lieblingssymbol/icon und warum?

Heike: Ich male am liebsten Menschen, ehrlich gesagt. In Verbindung mit einem Icon, bringen die Figuren Emotionen auf das Papier und sprechen den Betrachter an. Manch einer findet sich auch selbst wieder in den Figuren. Diese Art der Identifikation ist nicht ganz unwichtig in manchen Workshops.

Was hast du als nächstes vor? Wie geht es bei dir weiter?

Heike: Wer mich kennt, weiß, dass ich abends auf instagram spontane Geschichten dichte, dazu male und es als Gute-Nacht-Geschichte vorlese. Nach der Veröffentlichung meines Flipchartbuches, möchte ich nun unheimlich gerne auch meine eigenen Gedichte herausbringen. Ob das klappt, man wird sehen. Auf jeden Fall hat es mir das Bücherschreiben echt angetan. Und ich glaube, da steht noch ein neues Projekt in der Warteschleife…

Ansonsten bin ich gerade auf der Suche nach neuen Workshopräumen in München, denn ab diesem Jahr wird es wieder mehr Sketchnote-, Flipchart- und Ipadkurse bei mir geben. Außerdem freue ich mich sehr, dass es auch in diesem Jahr wieder einen Sketchnote-Kalender gibt, bei dem ich mit fünf anderen Visualisiererinnen mitmachen durfte. Im Juni geht es auf jeden Fall zum Sketchnotebarcamp nach Hannover, im Oktober zur Frankfurter Buchmesse und…ach ja und dann kommt im September das w28-Meetup nach München. Der Branchentreff deutschsprachiger Graphic Recorder. Mein lieber Kollege Matthias Schwert und ich organisieren das in diesem Jahr. Hui..ist doch ganz schön was los 2019!

Edit von mir: Die Workshopräume und das neue Atelier hat Heike bereits gefunden. Das Interview hatten wir schon Ende 2018 geführt.

Vielen Dank, liebe Heike Haas, für das Interview und die vielen Einblicke und Tipps und das zur Verfügung stellen der Fotos und Bilder.

Viel Erfolg bei deinen weiteren Vorhaben und hoffentlich bis bald!


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Wenn Du einen Wunsch hast, welche Frau auf keinen Fall in meiner Interviewserie fehlen, soll, dann schreibe das gerne in die Kommentare oder sende mir eine E-Mail an info@katharinabluhm.de.


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