Jahresrückblick: Wie ich mein Bullet Journal nutze um das Jahr auszuwerten

Und wie ich die Rückschau nutze für das Setup meines Bujos für 2019

Warum überhaupt aufs Jahr zurück schauen?

Müssen wir das Jahr auswerten? Nö, aber ich mags. Ich mag mir die Zeit nehmen einen Jahresrückblick zu machen und mich der guten (und auch einiger schmerzlichen) Momente erinnern. Ich habe so oft das Gefühl, dass die Zeit im gesamten rast, obwohl sich einige Tage wie Kaugummi ziehen. Mit einem bewussten Jahresausklang kann ich die Zeit kurz anhalten und mich ihrer vergegenwärtigen. Im ersten Schritt will ich dabei wirklich nur mein Gedächtnis auffrischen, was ich dieses Jahr eigentlich alles geschafft habe, wohin ich Reisen konnte oder was es auch für einschneidende Erlebnisse gab. Ich konzentriere mich dabei auf das Positive, aber auch ein paar schmerzliche Erinnerungen dürfen mitgenommen werden.

Mich erfüllt das mit einer großen Dankbarkeit zu sehen, was ich alles machen konnte und durfte. Mir fällt auf, dass es ganz viel dann doch die zwischenmenschlichen Begegnungen sind, die etwas für mich merk-würdig machen. Ein Workshop ist ein Workshop. Wenn dieser aber Menschen mit meiner Visualisierungsleidenschaft anstecken konnte oder ich selbst wahnsinnig viel lernen oder Inspiration mitnehmen konnte, dann will ich mich gerne erinnern.

Ich mache für mich und hier in diesem Artikel eigentlich zweierlei Rückschau. Zum einen gibt es meinen persönlichen Jahresrückblick in meinem Bullet Journal. Zum anderen gehe ich nochmal durch meine Bullet Journals von 2018 und schaue, was journalingmäßig gut lief und was nicht und was ich daraus mitnehme.

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Jahresrückblick bzw. Halbjahresrückblick

In meinem dritten Bullet Journal 2018, dem lilanen von Rhodia*, habe ich im Juni die erste Doppelseite für Erinnungen 2018 angelegt. Hier habe ich rückblickend die merk-würdigen Momente von Januar bis Juli festgehalten. Vor ein paar Tagen habe ich dann für die zweite Hälfte des Jahres von August bis Dezember die Doppelseite angelegt.

Ich habe es ganz bewusst schlicht gehalten, so wie mein Bujo momentan einfach gestaltet ist. An die einzelnen Monate habe ich dann Ereignisse oder Begegnungen, an die ich mich erinnern will, rangeschrieben. Dabei habe ich ein wenig mit dem einfachen Fineliner geschrieben oder Buchstaben gemalt, gerade so, wie es aus mir rauskam.

Es war toll durch meine Bujos von diesem Jahr zu gehen. Der ganze Januar fand in einem alten Notizheft von Moleskine*, das ich noch zu Hause hatte, platz. Dort habe ich viele Übersichten gebrainstormt, übers Leben sinniert und Pläne geschmiedet.

Mein zweites Notizbuch war eins, was dem ersten Notizheft ähnlich war und auch noch zu Hause raum lag. Es war von paperscreen (Firma gibt es nicht mehr). In diesem Journal fanden der Febuar bis April platz. Als dieses sich dem Ende neigte, ging ich in meinen lokalen Schreibwarenladen in Rostock und kaufte mir mein lilanes Rhodia, das mich bis jetzt begleitet.

BUJO 2018 Reflexion

In diesem Schritt gehe ich wirklich jede Seite meiner Bujos von 2018 durch. Ich überlege, ob die Seiten oder Übersichten und Ansätze für mich funktioniert haben und ob ich sie in meinem Bujo 2019 auch wieder aufnehmen möchte. Einiges werde ich anpassen und andere Seiten oder Ideen auch einfach in 2018 lassen.

Die Bullet Journal Methode von Ryder Carroll – Link zu Amazon*

Bei mir ist es tatsächlich zufällig so, dass mein jetztiges Bujo gerade noch so bis Ende Dezember reicht und ich für 2019 ein ganz frisches neues beginnen kann. Beim Lesen des Buches Die Bullet Journal Methode* von Ryder Carroll wurde ich auch nochmal darauf gestoßen bewusst ins neue Bujo zu starten. Ryder empfiehlt auch fürs neue Jahr ein neues Bullet Journal anzufangen, egal wie weit du im alten bist.

Ich finde es total schön mit einem neuen Notizbuch ins neue Jahr zu starten. Mein Umweltgewissen sagt dazu aber (und auch grundsätzlich), dass man zu jeder Zeit ein neues Bullet Journal anfangen kann. Also geht es auch irgendwann mitten im Jahr. Trotzdem kannst du auch in einem laufenden Bujo mal aufs letzte Jahr zurückschauen und dir bewusst überlegen, wie du damit weiter umgehst.

“It’s not about how your journal looks; it’s about how it makes you feel and how effective it is.” –Ryder Carroll: The Bullet Journal Method

(eigene Übersetzung: Es geht nicht darum wie dein Notizbuch aussieht; sondern wie es sich für dich anfühlt und wie effektiv es für dich ist)

Seiten, die ich mitnehme

Beim Durchschauen der Bujoseiten von 2018 habe ich also geschaut, welche Seiten mich glücklich machen, funktionieren und was ich tatsächlich auch genutzt habe.

  • Monthly Log – eine Doppelseite Monatsübersicht für den Überblick
  • Achtsamkeitsquadrate: Basierend auf diesem englischen Blogartikel: Minimalist Journaling: A Fun and Effective Tool for Tremendous Habit Change, habe ich mein eigenes minimalistisches Journaling-Achtsamkeits-Habittracker-System gebaut. Ich berichte gerne in einem separaten Artikel über Details.
  • Online-Kurse-Übersicht: Ich machen oder nehme mir vor ein paar Onlinekurse zu machen, z.B. über skillshare oder auch woanders. Dafür hatte ich immer eine Übersicht, was für Abschnitte/Kapitel so vor mir liegen, Arbeitsblätter und Begleitmaterial runtergeladen, Kurs angeschaut, Übungen gemacht. So kann ich jederzeit wieder sehen, was ich schon gemacht hatte und auch nach der ein oder anderen Pause, aka das Leben, wieder weitermachen.
  • Listen: (Hör)bücher-, Kinofilmeliste. Ich nutze sie als Notizen um nachzuschlagen, was ich sehen, hören oder schauen wollte, aber auch als Erinnerung was bei mir in dem Jahr Thema war oder was mich so beschäftigt hat.
  • Geschenkelisten: Hier notiere ich mir, was ich anderen Leuten zu bestimmten Gelegenheiten schenken könnte, weil sie es mal äußerten oder ich ne gute Idee habe. Ich schreibe da auch auf, was ich mir Wünschen kann zum Geburtstag oder zu Weihnachten, denn die Familie fragt auf jeden Fall!

Seiten, die ich mitnehme, aber ändere

Ok, im Prinzip nehme ich diese Seiten also mit, aber ich nehme Veränderungen daran vor, so dass sie meinen (wahrscheinlichen) Bedürfnissen 2019 entsprechen.

  • Habittracker: Diese will ich noch bewusster von Monat zu Monat anpassen. Was will ich wirklich tracken und warum? Soll es mich daran erinnern? Ist es mein Ziel dies jeden Tag zu tun?
  • Blogpost- und Socialmediaplan: Ich hatte immer so Ideensammlungen für Blogposts, für den ein oder anderen Monat auch nen Zeitplan. Manchmal gab es auch eine Instagrampostliste um Content zu planen, z.B. wenn ich an einer Challenge teilgenommen habe. Diese Übersicht will ich aber zusammenpacken und für mich übersichtlicher gestalten.
  • Jahreserinnerungen: Diesmal wird es eine ausklappbare lange Seite, damit ich das ganze Jahr auf einen Blick habe.

Seiten, die ich in 2018 lasse

Ich muss keine Sammlungen oder Listen oder Habittracker weiterführen, die ich jetzt nicht mehr brauche. Vielleicht hatten sie ihren Zweck in 2018, vielleicht hatte ich sie auch nur aus Neugierde (oder weil es andere ja auch machen) ausprobiert. Wenn es mir aber jetzt für 2019 nichts bringt, also Freude oder Effektivität, dann dürfen Seiten da bleiben wo sie sind.

  • Vorgefertigte Wochenlayouts wie in einem Kalender: Ich habe da für mich ja das System der runninglist entdeckt und nutze das seit dem sehr gut.

Seiten, die neu dazu kommen

Ich habe ja beim Durchblättern meiner Bujos und Scrollen durch Instagram und Pinterest und durchs Lesen von Die Bullet Journal Methode eine Tonne neuer Ideen und Inspiration, was ich noch so alles aufnehmen will in mein neues Bujo 2019. Aber, tief einatmen und ausatmen, prüfen, ob es wirklich Freude bringt und/oder mir planerisch und organisatorisch hilft, und dann kommt es auf diese Liste:

  • Index: Also ja, ich muss gestehen ich nutzte bisher keinen Index. Aber, da ich mein Bujo wirklich immer konsequenter für alles mögliche nutze zu notieren und zu planen, wird es immer sinnvoller vorne nachschlagen zu können und sich nicht doof zu suchen. Also Index, herzlich willkommen in meinem Bujo 2019.
  • Rapid logging: Bisher mache ich das nicht konsequent in meinem privaten Bullet Journal. In meinem Arbeits-Notizbuch aber schon. Dabei bemerkte ich aber, dass ich mir doch viele Notizen zum Nachschlagen, Erinnerungen oder so an verschiedenen Stellen machen (Handy, Notizzettel etc.) Ich nehme mir vor das rapid logging wirklich anzuwenden. Es ergibt nämlich Sinn! (Notiz an mich selbst!)
  • Ziele setzen fürs Jahr mit System: Ich habe mir Sachen vorgenommen auch für 2018 und ich setze mir Ziele für einzelne Monate oder Projekte. Was ich aber nicht konsequent durchziehe, oder nicht zu Papier bringe, sind bisher die Schritte oder Maßnahmen, die ich ergreifen kann um meine Ziele auch umzusetzen. Sonst bleiben es Träume, was auch schön ist, aber eben keine Ziele, an denen ich arbeiten kann.

Das funktioniert für mich in meiner Bullet Journal Routine

Ich schaue nicht nur aufs Layout und die grundsätzliche Effizienz bei der Rückschau meines Bujos 2018, sondern vergegewärtige mir auch nochmal, was so rein Routine und Ablauf-mäßig eigentlich wirklich funktioniert hat.

  • Grundsätzlich reduziertes Design: Ich liebe die aufwendig gestalteten Bujos mir anzugucken. Aber ich will mir nicht die Zeit dafür nehmen. Mein Bujo soll mir gefallen. Das tut es aber auch mit ein paar wenigen Farben und Strichen und einfachen Kritzelein im Sketchnotesstil.
  • Monatsübersicht: Ich trage wichtige Ereignisse ein für die Übersicht und fülle aber auch im Nachhinein mit Ereignissen, Terminen etc. auf.
  • Wochenplanung als runninglist
  • Konsequent die nächste Seite nutzen: Urlaubsplanungslisten, Gedankenkarussell aus dem Kopf schreiben oder die neue Woche planen? Den Tag in einer Sketchnote zusammenfassen oder wilde Ideen spinnen? Neue “Kategorie” wird auf der nächsten Seite umgesetzt, nicht 2 bis 3 Seiten später. Um da durchzusehen gibt es ja das Index. Und so bleiben auch keine Seiten zwischendrin unnötig frei, weil ich die ja vielleicht eventuell noch mit was anderem füllen wollte. Ihr kennt das.
  • Ausfüllen der Achtsamkeitsquadrate: Meistens nehme ich mir kurz am morgen und am abend Zeit. Manchmal komme ich auch erst am Abend dazu. Aber das Nutzen meiner Achtsamkeitsquadrate bringt mir Fokus, Freude und Tracker.
  • Entspannt bleiben: Habittracker oder Achtsamkeitsquadrate doch nicht ausgefüllt? Listen angefangen, aber doch nicht genutzt? Monatsrückblick nicht geschafft? Egal! Wenn es mir wirklich wichtig ist, dann hole ich es nach, ansonsten einfach auf der nächsten Seite weiter machen.
  • Neues Ausprobieren: Ich probiere auch weiterhin neue Übersichten, Routinen und Hacks aus. Nur so finde ich raus, ob sie auch zu mir und meinem Leben passen. Wenn ich mich verändere und damit auch mein Leben (oder umgekehrt), dann ändert sich auch der Inhalt meines Bujos.

So, nun weißt du, wie ich meine Rückschau gestalte – die erinnerungswürdigen Ereignisse und das Nutzen meinen Bullet Journals.

In einem der nächsten Artikel werden ich zeigen und berichten, wie ich mein Bullet Journal für 2019 angelegt habe.


Wie gestaltest du deinen Jahresrückblick? Nimmst du dir Zeit dafür und auf was guckst du zurück? Fängst du mit deinem neuen Bullet Journal einfach so an oder gehst du das ähnlich strategisch an wie ich?

Lass es mich wissen! Ich bin neugierig auf deine Kommentare, Frage und Infos.


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