Wenns mal wieder stressig wird

Wie mir mein Bullet Journal hilft, wenn es stressig wird und weitere Gedanken.

Dieser Blogbeitrag erscheint an einem Freitag, und ehrlich gesagt komme ich auch erst jetzt dazu ihn zu schreiben.
Diesen Blog (und vieles weitere) mache ich ja als Teil meiner Freizeit/Freiberuflichkeit neben meinem Hauptjob, der selten klar vorgegebene Bürostunden hat oder eh mehrere Termine am Tag außerhalb. Das finde ich überhaupt nicht schlimm. Ich mag die Abwechslung. Was dies aber erschwert, ist bestimmte andere Aktivitäten fest zu planen. Auch wenn ich das hier nicht als 100%ig Arbeit empfinde, so gibt es ja doch neben Hauptjob, Aufträgen und Blog noch weitere Aspekte im Leben. Ich bin übrigens kein großer Fan von Work-Live-Balance (oder dem vermeintlichen Konzept dahinter), denn Arbeit ist auch Teil meines Lebens. Ich mache meine Arbeit gerne. Ja, grundsätzlich bin ich einer der Menschen, die einen Job hat, der gerne gemacht wird. Nicht alle Umstände sind immer ideal, but thats a different story…

Warum ich das eigentlich schreibe? Ich will mit dir teilen, dir davon berichten, wie ich mit solchen wirklich vollen Tagen umgehe und wir mir meine Notizbücher dabei helfen. Das ist kein 5-Tipps-wie-du-produktiver-wirst-Artikel, sondern schlicht ein Einblick in meine Strategien, wenn es mal wieder stressiger wird und Überforderung sich ankündigt.

Tief durchatmen

Einatmen, ausatmen.

„Sometimes the fastest way to get there is to go slow.“

(aus Count to Ten von Tina Dico)

Im Strudel des Geschehens passiert es mir, dass ich den Überblick verlieren kann. Ich merke heute relativ schnell, wenn das passiert und verfalle nicht mehr so fix in reines Handeln. Eher schaffe ich es ein Stück zurück zugehen, mir einen (halbwegs) ruhigen Platz zu suchen und tief zu atmen. In vermeintlicher Hektik erwische ich mich nämlich, nicht ordentlich zu atmen. Wie soll den da mein Kopf klar denken und den Überblick behalten? Kennt ihr vielleicht auch.
Dieses Körpergefühl und -bewusstsein dafür entwickelt zu haben, hat gedauert, Jahre, und Kraft gekostet. Mir hat dabei geholfen, und auch immer noch, meditieren zu lernen. Da bin ich schon ein paar Jahre dabei und merke immer mehr, wie sehr es mir in akuten Situationen hilft, aber auch wie sehr es mich grundsätzlich in der eigenen Wahrnehmung schult. Ich schaffe es weder wirklich jeden Tag zu meditieren und auch gab es Wochen oder Monate in den letzten Jahren, die ich nicht meditiert habe. Es hilft mir aber heute kurz runterzukommen und Perspektiven klar zu rücken.

Schlechte Tage annehmen

Es ist ok

Manche Tage laufen einfach anders als geplant. Schlecht geschlafen, in meinen Augen unnötige To-Dos bekommen, längst überflüssige Schleifen drehen und sowieso ist einfach alles ein bisschen ätzend. Kennst du bestimmt auch. Das gute, und darauf kann ich mich für mich verlassen: Diese Tage gehen auch vorbei. Ich versuche, und es gelingt mir nicht immer zu 100%, diese Tage anzunehmen. Ich versuche mich nicht darüber zu ärgern, oder mich dann darüber zu ärgern, dass ich mich ärgere. Not easy! Es hilft mir dann früh schlafen zu gehen, Hörbuch zu hören, Serien zu gucken oder auch alle meine Gedanken aufzuschreiben.

Den Kopf leer schreiben

Rausschreiben, den Kopf leer schreiben, hilft mir das Gedankenkarussel ein wenig zu verlangsamen. Dafür nehme ich einfach die nächste Seite in meinem Bullet Journal und schreibe drauf los. Kein Schönschreiben, kein Instagram-fähiger Titel, einfach raus damit. Ob ich das dann morgen noch lesen kann? Keine Ahnung. Ist für den Moment jetzt aber auch nicht wichtig. Da ist dann auch alles erlaubt, ganz nach das-musste-mal-gesagt, ähhh geschrieben, werden.

Dankbarkeitstagebuch

Dankbarkeitsliste im Bullet Journal

Wenn mir alles zu viel wird und ich strauchle soll ich auch noch dankbar sein? Fast. Ich führe eine monatliche Dankbarkeitsliste in meinem Bullet Journal, die ich nahezu täglich fülle. Diese Liste ist ein guter Anker an schlechten und überfordernden Tage auch positives sehen zu können und sich trotzdem an Kleinigkeiten zu erfreuen oder sich wieder aufzumuntern. Sie rückt auch diesen einen, diese wenigen schlechten Tage bei mir in Perspektive zu all den guten.

Erkenntnisse notieren

Erkenntnisjournal

Wenn die strudelnden Stunden oder der Tag vorbei ist, dann setze ich mich hin und schaue mir das ganze nochmal mit ein bisschen Abstand an. Was war los und was kann ich beim nächsten Mal anders machen? Meine Klassiker sind ja: doch zu wenig Wasser getrunken, keine richtigen Pausen gemacht, zu wenig frische Luft und Bewegung und die Arbeits-Prioritäten hätten anders angegangen sein können. Ich schreibe mir das auf und mache kleine Letterings mit meinen Erkenntnissen. Ich finde gerade, die wichtigen, vermeintlichen Kleinigkeiten, können helfen.
Manchmal fasse ich mir nach so einem Tag auch an den Kopf, gucke mich von außen an und wundere mich. Manches scheint hinterher so klar. Also aufschreiben! Beim nächsten Mal nachgucken! Alleine das Aufschreiben der Erkenntnisse, und ja, manchmal muss ich mir auch Sachen mehrmals aufschreiben, hilft Ideen und Mechanismen im Kopf zu verankern. So sind sie dann nicht mehr ganz so abwegig in den richtigen Situationen auch zu nutzen.

ToDo-Listen überprüfen

Ein Blick auf die To-Do-Listen selbst, löst ja manchmal die Überforderung aus. Ich erwische mich aber auch dabei, dass ich neben den vielen Dingen, die da schon stehen, mir noch mehr Sachen einfallen: da wollte ich noch anrufen, einkaufen gehen, putzen, mich dort mal wieder melden und auch hier noch ein Angebot schreiben…
Mir hilft: alles aufschreiben. Auch noch so kleine ToDos werden notiert. So tauchen sich nicht immer wieder auf um nicht vergessen zu werden. Dann schaue ich mir die Liste an und sortiere nach Prioritäten. Was muss wirklich von mir heute noch erledigt werden? Was kann ich aktiv verschieben? Was kann ich tatsächlich einfach lassen?
Neue Seite im Notizbuch aufschlagen, ToDos nach Prioritäten sortiert notieren. Und dann machen! Das To-Dos nochmal sortieren dauert wenige Minuten. Ich kann auch Stunden mit der Planung und Überlegung verbringen, was wann am Besten zu machen wäre. Aber es geht ja um jetzt und heute. Die Planung für die nächsten Tage, kann ich auch machen, wenn ich wieder ein bisschen entspannter bin. Und ich weiß für mich, dass das so sein wird. Überblick und Prioritätensetzung hilft mir wieder zu entspannen, klarer zu sehen und dann auch konzentrierter wieder Dinge angehen zu können.

So habe ich mich zum Beispiel entschieden nicht am Donnerstag einen Blogartikel zu veröffentlichen. Zum einen hatte ich weder was vorbereitet noch eine zündende Idee. Dabei habe ich eine laaange Liste an möglichen Blogartikeln, aber keine sprang mir jubelnd entgegen. Noch sah ich irgendeine Chance mir die Zeit zu nehmen, was zu schreiben, außer einer Nachtschicht. Das mache ich nicht. Wenn es hektisch wird, dann versuche ich genug zu schlafen. Anders wird es auch nicht besser. Obwohl es mir schon auch passiert, dass es nachts wird, wenn ich etwas mache, kreativ bin und mich in Ideen verliere. Dann kommt das aber aus einer sprudelnden Energie heraus und nicht aus einem gequälten Nachtschicht einschieben. Ich glaube du verstehst, was ich sagen will.

Done-Listen schreiben

Noch eine Liste schreiben? Ich liebe Listen. Ja. Du kennst bestimmt den Gedanken, ich habe heute noch gar nichts geschafft, weil ich da noch hin musste und das noch erledigen musste. Moment. Also hab ich ja doch schon was getan. Vielleicht nichts von dem was auf meiner To-Do-Liste steht. Also schreibe ich diese Dinge einfach auf und hake sie direkt hab. Sie sind ja erledigt. Manchmal schreibe ich auch eine Das-habe-ich-heute-schon-geschafft-Liste und kann mich an meiner Produktivität erfreuen. Und wenn da „nur“ drauf landet, aufgestanden, gearbeitet, gegessen, dann ist das auch ok (siehe schlechte Tage annehmen).

Oh ha… dieser Artikel ist länger geworden als geahnt. Aber ich sortierte mich beim Schreiben und reflektiere dabei den gestrigen und auch letzten Tage der Kopfkarusselle.

Mir geht es gut. Ich müsst euch keine Sorgen machen. Überfordert sein und schlechte Tage haben ist ganz menschlich, normal und OK! Ich habe für mich Sachen gelernt, die helfen das anzunehmen, da heile durchzukommen und beim nächsten Mal nicht mit so ganz viel Tempo reinzuschlittern.

Vielleicht hilft es dir auch. Vielleicht hast du ganz andere Strategien damit umzugehen. Lass es mich gerne in den Kommentaren hier wissen.

Tief ein- und ausatmen nicht vergessen!
Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende!

 


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